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Kommunales Starkregenrisikomanagement für die Stadt Schrozberg vorgestellt

Im Jahr 2019 wurden vom Gemeinderat die Durchführung einer Starkregenkartierung und die Ausarbeitung eines Starkregenrisikomanagementkonzepts beauftragt. Eine solche Kartierung und Konzept sind Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln zur Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen. Beauftragt wurde damit das Ingenieurbüro Winkler und Partner GmbH aus Stuttgart. Vorgestellt wurden die Ergebnisse nun in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates von Herrn Liedl. Zu Beginn seines Vortrages erklärte er zunächst den Unterschied zwischen einer Hochwassergefahrenkarte – hier geht man von Überflutungen ausgehend von Gewässern aus – und der Starkregengefahrenkarte, dabei führt lokal begrenzter Niederschlag mit einer hohen Intensität zu Überflutungen. Zur Erstellung dieses Starkregenrisikomanagement war nun ein dreistufiges Vorgehen notwendig. Die Gefährdungsanalyse anhand der Starkregengefahrenkarten, die Analyse des Überflutungsrisikos und schlussendlich ein Handlungskonzept zur Risikominimierung. Bei der Erstellung der Starkregengefahrenkarte wurden drei Szenarien herangezogen: Seltene Regenereignisse mit 42 mm pro Stunde, außergewöhnliche Regenereignisse mit ca. 54 mm pro Stunde und extreme Regenereignisse mit 128 mm pro Stunde. Auf welchen Untergrund diese Niederschläge dann treffen, war Grundlage für die Berechnungen. So wurden anschließend etliche Karten aller Ortsteile erstellt, in welchen die Überflutungsausdehnung, die Überflutungstiefe und die Fließgeschwindigkeit für alle drei Szenarien farblich unterschiedlich dargestellt wurden. Für jede Karte zeigte Herr Liedl dann ein Beispiel. Eine Risikoanalyse wurde auf der Grundlage der Karten erstellt, sowie Risikoobjekte und Risikosteckbriefe für unterschiedliche Objekte erarbeitet, welche im Notfall für das Krisenmanagement hilfreich sein können. Ein daraus resultierendes Handlungskonzept besteht aus vier Bausteinen. Die Informationsvorsorge – hier soll die Bevölkerung sensibilisiert werden und über bestehende Risiken sowie Gefahren informiert werden. Zu diesem Zweck plant die Stadt Schrozberg mehrere Informationsveranstaltungen wenn diese pandemiebedingt wieder durchführbar sind. Unter dem Punkt „Kommunale Flächenvorsorge“ versteht man die Festsetzungen von baulichen Vorkehrungen im Bebauungsplan zur Minimierung von Schäden durch solche Starkregenereignisse. Als letzte zwei Bausteine nannte Herr Liedl das Krisenmanagement und mögliche bauliche Maßnahmen. Solche baulichen Maßnahmen stellte Herr Liedl beispielhaft für einige Ortschaften vor, wie z.B. für Schmalfelden ein Rückhalteschacht. Aufgabe des Gemeinderats wird dann in der nächsten Zeit sein, eine Priorisierung der erarbeiteten und vorgeschlagenen Maßnahmen festzulegen, um dann im Herbst dementsprechende Förderanträge zu stellen. Das Bild zeigt eine solch erstellte Karte von Schrozberg.

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