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Vier Tagesordnungspunkte drehen sich rund um das Thema Klimaschutz

Der Klimawandel gehört zu den größten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Der Gemeinderat der Stadt Schrozberg beschäftigt sich deshalb bereits seit einiger Zeit mit diesem Thema. Vom energieZENTRUM Wolpertshausen wurde in den Jahren 2021 und 2022 eine Fokusberatung Kommunaler Klimaschutz durchgeführt. Ein Abschlussbericht und ein daraus resultierender Maßnahmenkatalog wurde dem Gremium in der Juni-Sitzung von Marco Hampele, Energieberater beim energieZENTRUM Wolpertshausen vorgestellt. Eine solche Fokusberatung soll kleinen Gemeinden dabei helfen, erste Maßnahmen und Ziele zu finden, um den Treibhausgasausstoß der Kommune zu verringern. Ein Erstgespräch mit Ist-Analyse wurde durchgeführt, anschließend wurden vier Workshops veranstaltet, der letzte davon unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen mussten die Workshops jedoch leider immer wieder verschoben werden. Trotz der schwierigen Umstände konnten durch die Fokusberatung wichtige Impulse gegeben und Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgase gefunden werden. Für folgende Themengebiete wurden Maßnahmen gefunden, welche zu einer Reduktion der Treibhausgasemission führen sollen: Ein übergeordneter Klimaschutz - hier soll eine gemeinsame, landkreisweite Klimaschutzstrategie beschlossen werden. Die Einführung eines Energiemanagements mit Einführung einer Software, der Priorisierung von Liegenschaften und einem Energiebericht. Erneuerbare Energien – hier ist die Anbringung von Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Liegenschaften gemeint. Öffentlichkeitsarbeit – Vorträge für Bürgerinnen und Bürger, die Einführung einer grünen Hausnummer für sehr effiziente Gebäude oder auch ein Stadtputz. Auch im Bereich Beschaffung gab es Vorschläge für Maßnahmen wie z.B. die Nutzung von Recyclingpapier in der Verwaltung, die Verwendung von Fair-Trade-Kaffee oder die Zertifizierung zu einer „Fair-Trade-Stadt“. Hier gab es im Rat kurze Diskussionen über die Notwendigkeit einer solchen Zertifizierung und anstatt dessen auf regionale und nachhaltige Produkte zu setzen. Die verschiedenen Vorhaben wurden außerdem anhand von Priorität und dem Zeitraum der Umsetzung eingestuft. Mit einem einstimmigen Beschluss endete dieser Vortrag.

Auch ein Photovoltaik-Analyse bei zehn ausgewählten städtischen Liegenschaften stellte Herr Hampele vor. Die Berechnung erfolgte in vier Schritten, nämlich der groben Bestimmung der möglichen PV-Anlagenleistung, der Bestimmung der Eigenverbrauchsquote, der Bestimmung des zu erwartenden PV-Stromertrages und der Berechnung der Wirtschaftlichkeit. Untersucht wurden dabei z.B. die Schule Schrozberg, der städtische Kindergarten „Haus am See“, die Mehrzweckhalle in Bartenstein aber auch Gebäude wie der städtischen Kläranlagen. Gerade bei diesen Gebäuden ist der Eigenverbrauch enorm, deshalb lautete auch die Empfehlung mit der städtischen Kläranlage in Schrozberg zu beginnen. Denn entscheidend für eine gute Wirtschaftlichkeit ist der vorhandene Strombedarf vor Ort. Andere Gebäude wie etwa die Mehrzweckhalle Bartenstein haben wenig Eigenverbrauch und wenn, dann häufig in den Abendstunden. Deshalb wurde natürlich auch das Thema Speicher angesprochen, doch hier fehlen nach Auskunft des Energieberaters einfach noch die Langzeiterfahrungen. Ein anderes Problem ergibt sich oft damit, dass die Dächer erst sanierungsbedürftig sind oder auch die Frage, wie lange diese Gebäude noch vorhanden sind wie etwa das Gebäude der städtischen Kläranlagen in Ettenhausen oder Leuzendorf. Die von Herrn Hampele vorgestellte Analyse nahm der Gemeinderat zur Kenntnis. Sicherlich wird es nicht lange dauern, so auch der Wunsch aus den Reihen des Gemeinderats, bis sich das Gremium konkret mit der Umsetzung von einem Vorhaben beschäftigen wird.

Als letzten Punkt stellte Energieberater Marco Hampele die vom Landkreis Schwäbisch Hall geplante Klimastrategie vor. Kern einer solchen Klimastrategie ist die zentralisierte Bildung eines Expertenteams, das die vielfältigen Aufgaben bündelt und die Kommunen bei Lösungen unterstützt. Vorteil einer zentralen Ansiedlung im Energiezentrum ist eine Vielzahl von Synergieeffekten, eine größtmögliche Effektivität, die Schaffung eines Wissenspools und auch die Vereinfachung der Personalgewinnung. In einem ersten Schritt soll dafür eine Klimaschutzkoordination geschaffen werden, deren Aufgaben die Erarbeitung, die Initiierung und Begleitung treibhausgasmindernder Maßnahmen, Förderberatung sowie Informationsvermittlung und die Öffentlichkeitsarbeit sein sollen. Zusätzlich wird mit externen Unterstützung eine CO2-Bilanz erstellt. Als zweiter Schritt einer solchen gemeinsamen Klimastrategie steht die Implementierung eines kommunalen Energiemanagements, worunter man das kontinuierliche Monitoring von Gebäuden sowie die Beratung deren Verwalter und Nutzer mit dem Ziel, eine Minimierung des Eigenverbrauchs bzw. der Energiebezugskosten zu erreichen, versteht. Für die Umsetzung des ersten Schrittes sollen landkreisweit zwei Stellen geschaffen werden, die zu 70 % über die Kommunalrichtlinien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert werden. Durch eine Aufteilung für alle teilnehmenden Kommunen ergeben sich hier jährliche Kosten von ca. 3.300 €. Nach einer Berechnung ergeben sich dabei jährlich etwa 18 Arbeitstage die einer Kommune zur Verfügung stehen. Im zweiten Schritt, das kommunale Energiemanagement, wird aufgrund des zu erwartenden Arbeitsanfalles eine Personalstelle für durchschnittlich vier Kommunen geschaffen. Auch diese Stellen werden jeweils zu 70 % durch gefördert, diese Förderung ist allerdings auf drei Jahre befristet. Der zu erwartende jährliche Gesamtaufwand für die Stadt Schrozberg wird nach Auskunft des Energieberaters bei rund 15.000 € liegen, wobei der Stadt Schrozberg dabei etwa 55 Arbeitstage zur Verfügung stehen. Grundlage für die Kalkulationen sind 24 teilnehmende Kommunen im Landkreis. Hier könnten sich auch noch Verschiebungen und Änderungen ergeben. Einstimmig war zum Ende der Vorstellung auch hier der Beschluss des Gemeinderates.

Die entsprechenden Präsentationen zu den einzelnen Tagesordnungspunkten finden Sie auch auf unserer Homepage im Bürgerportal.

Unser Bild zeigt Energieberater Marco Hampele bei einem der durchgeführten Workshops.

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