session net

Gemeinderatsarbeit-Infoportal
Slide background

Diskussion um strikte Energieeinsparung oder Warmduschen

Ein gar nicht so direkt auf der Tagesordnung befindlicher Diskussionspunkt wurde bei der letzten Gemeinderatssitzung – schon nur rein von der zeitlichen Dauer her betrachtet - zum Hauptpunkt. Doch der Reihe nach: Schon vor Beginn der Tagesordnung war erkennbar, dass es ein besonderes Anliegen der Sportler des TSV geben muss – mannstark waren sie im Zuschauerbereich mit ihren Trainingsanzügen als Vereinsvertreter deutlich erkennbar.

Noch vor Eintritt in die Tagesordnung kam auch schon eine Wortmeldung eines Stadtrates aus den Reihen der Freien Wähler, der mit einem Antrag zur Aufnahme eines Diskussionspunktes die Tagesordnung der Sitzung entsprechend erweitern wollte – ihm ging es um eine neuerliche Absprache zur Umsetzung des Maßnahmenpaketes mit Vorgaben oder zumindest Empfehlungen zur restriktiven Energieeinsparung, und dabei insbesondere um die Warmwasserversorgung in der Stadthalle/Mehrzweckhalle Schrozberg. Nachdem dieses Thema unter „Verschiedenes“ seitens der Stadtverwaltung sowie zur Sprache kommen sollte, hat ihn Bürgermeisterin Jacqueline Förderer auf diesen Tagesordnungspunkt ziemlich zum Ende der Sitzung verwiesen.

Unter diesem Punkt erfolgte zunächst die Information des Gremiums durch die Bürgermeisterin. In der Julisitzung wurden umfangreiche Energieeinsparungsmaßnahmen beschlossen, die jetzt sukzessive umgesetzt wurden oder werden. So ist bereits ein Großteil der Straßenbeleuchtung bis auf wenige Ausnahmen nachts in der Zeit von 0 – 6 Uhr abgeschaltet. Zudem wird die Beheizung der öffentlichen Gebäude reduziert sowie Warmwasser nur noch in ganz wenigen Ausnahmefällen bereitgestellt. Auf diesen Bericht, den die Gemeinderäte zur Kenntnis nahmen, schloss sich  dann eine lange Debatte an. Dazu meldete sich auch der Vorstand des TSV Schrozberg, Diamant Tishukaj zu Wort, was Bürgermeisterin Jacqueline ausnahmsweise so zugelassen hatte, nachdem die TSV´ler bei der Bürgerfragestunde den Moment für ihr Statement versehentlich verpasst hatten. Entsprechend sehen auch die Verantwortlichen beim TSV momentan die dringliche Notwendigkeit, dass Energie gleich welcher Art eingesetzt, eingespart werden muss. Es gibt aber einige wenige Momente, bei denen eine warme Duschmöglichkeit eigentlich schon fast zwingend angeboten werden müsste, nämlich bei Fußballtraining in kalt-feuchter Witterung  - wenn eine warme Dusche zum Erhalt der Gesundheit schier notwendig ist - oder wenn Gäste zu Auswärtsspielen nach Schrozberg kommen und es als eine Zumutung für weit angereiste Mannschaften anzusehen ist, erst zu Hause wieder duschen zu können.

Bauamtsleiter Thomas Pöschik wies nochmals auf die bestehende Problematik im Blick auf Gesundheitsgefahren bei Keimbildung im Brauchwasser hin – die Legionellenproblematik stellt sich immer dann, wenn der Warmwasserkreislauf nur in Teilen benutzt wird und nicht leitungstechnisch voneinander getrennt werden kann. Die Beachtung der Vorschriften zum richtigen Umgang bei der Erwärmung von Brauchwasser unter Vermeidung von Keimbildung setzt aber einen hohen Energieeinsatz voraus, da der gesamte Warmwasserkreislauf auf relativ hohen Temperaturen gehalten werden muss. Deshalb kann eine sinnvolle Energieeinsparung nur dann umgesetzt werden, wenn der Warmwasserkreislauf nicht mehr beheizt wird und dort nur noch Kaltwasser durch die Leitungen fließt – hier bilden sich keine Keime. Ansonsten muss der gesamte Warmwasserkreislauf energetisch aufwändig betrieben werden, um die Keimbildung zu verhindern.

Und so entzündete sich eine teilweise sehr kontroverse Diskussion für Energieeinsparung bzw. für die Möglichkeit zum Warmduschen, bei der sich viele trefflich mit einbringen konnten. Schlussendlich wurde deutlich, dass es für den TSV-Verantwortlichen zunächst wichtig ist, ein Gespräch mit der Stadtverwaltung hin zu einer Kompromisslösung zu finden. Dies wurde ihm mit Verweis auf die Beschlusslage nach der Gemeinderatsfestlegung im Juli bislang verwehrt – und die Stadtverwaltung erklärte sich zu Gesprächen bereit, allerdings unter Einhaltung der Vorgaben des Gemeinderatsbeschlusses vom Juli, bei dem eine Warmwasserversorgung in den Duschen der Stadthallen eingestellt werden soll.  So wurde schlussendlich weder ein Beschlussantrag gestellt noch ein Beschluss des Gemeinderates herbeigeführt – das war auch die Zielintention eines weiteren Wortführers der Freien Wählervereinigung – eine Gesprächsbasis für eine Lösung im beiderseitigen Konsens zu finden, bei der jede Seite ihren Standpunkt (nahezu) beibehalten bzw. vertreten bzw. als erfüllt ansehen kann.

Menu