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Flüchtlinge in Schrozberg

Eingeladen zur Sitzung war Claus Mönikheim, der Integrationsmanager beim Landratsamt Schwäbisch Hall und Kathrin Müller, stellvertretend als Sprecherin des Arbeitskreises Asyl in Schrozberg.

Claus Mönikheim ist seit diesem Jahr – wir haben an anderer Stelle schon darüber berichtet – in Schrozberg und Blaufelden als Integrationsmanager tätig. Um den Gemeinderäten einen Überblick über die derzeitige Situation in Schrozberg zu geben, präsentierte er in der Sitzung einige Zahlen der in Schrozberg lebenden Geflüchteten. Begonnen hatte er mit den Gemeinschaftsunterkünften in der Blaufeldener Straße und im Zeller Weg, hier her kommen Personen direkt aus den Landeserstaufnahmestellen. Dort leben Stand Mai 2018 insgesamt 72 Personen aus neun unterschiedlichen Ländern. Nach deren Einzug sind viele alltägliche Dinge wie. z.B. die Kindergarten- oder Schulanmeldungen, Anträge für Leistungen usw. zu regeln und zu organisieren. Hier werden sie in der Gemeinschaftsunterkunft in Schrozberg von Herrn Staub beraten. Auch wird gleich nach der Ankunft überprüft, wie der Stand der Deutschkenntnisse ist und nach einem geeigneten Sprachkurs gesucht.

In der Anschlussunterbringung in Schrozberg in Privatwohnungen oder Unterkünften der Stadt Schrozberg wohnen anerkannte Flüchtlinge (Asyl und subsidiärer Schutz), Flüchtlinge mit einer Duldung oder auch Flüchtlinge, die länger als 24 Monate in einer Gemeinschaftsunterkunft gelebt haben, es aber noch einen laufendes Asylverfahren gibt. Stand Mai 2018 leben in Schrozberg 50 Personen in der Anschlussunterbringung. Hier handelt es sich um sieben Familien und 18 Einzelpersonen. Auch hier ist die Nationalität ganz unterschiedlich, die meisten Personen in der Anschlussunterbringung kommen aus Syrien.  

Claus Mönikheim erläutert den Gemeinderäten anschließend seine Arbeit als Integrationsmanager und sprach hier von vier Schwerpunkten. Integration und Teilhabe, Sozialberatung und Begleitung, Einzelfallhilfe und die notwendige Netzwerkarbeit – also die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen des Arbeitskreises Asyl, den örtlichen Vereinen oder der Schule. Gerade auch die Sprache ist ein wichtiges Thema seiner Arbeit und die Vermittlung von Sprachkursen. Wenn hier ein gewisses Niveau erreicht wurde, steht auch einer Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt nichts mehr im Wege, welche ein wichtiger weiterer Schritt zur Integration ist. Um hier die Ziele für beide Seiten festzuhalten, arbeitet der Sozialpädagoge mit einem sogenannten Integrationsplan.

Zwei Mal in der Woche finden die in Schrozberg in der Anschlussunterbringung wohnhaften Personen Claus Mönikheim zu festen Sprechzeiten im Rathaus. Ansonsten ist der Integrationsmanager bei Besuchen vor Ort oder begleitet zu wichtigen Terminen.

Fragen zu seiner Arbeit aus der Runde konnte Claus Mönikheim direkt anschließend beantworten, bevor Bürgermeisterin Förderer das Wort an Kathrin Müller, stellvertretend für den Arbeitskreis Asyl übergab.

Kathrin Müller berichtet über die Arbeit des im Oktober 2015 zusammengeschlossenen Arbeitskreises Asyl. Im Moment arbeiten hier ca. 25 – 30 Personen mit, allerdings sprach sie von einer leider eher rückläufigen Tendenz. Frau Müller erzählt von den anfänglichen Vorstellungen der Arbeitskreis-Mitglieder, den Flüchtlingen in Schrozberg einen guten Start zu ermöglichen durch persönliche Begegnungen, Besuche usw. Allerdings hat sich schnell herausgestellt, dass es deutlich mehr Aufgaben gibt. Hier erzählt sie von Begleitungen zu verschiedenen Terminen, von der Übersetzung von Schriftstücken, von der Suche nach Wohnungen usw. Durch die Zusammenarbeit mit dem Integrationsmanager C. Mönikheim wurde einiges schon erleichtert, allerdings werden die Aufgaben deshalb nicht weniger. Speziell spricht sie hier die Dinge an, die dem Arbeitskreis Asyl besonders am Herzen liegen wie beispielsweise ein Deutsch-Kurs für Frauen am Nachmittag im Schrozberger Schloss, welcher mit zeitgleicher Kleinkindbetreuung stattfindet. Gerade diese Frauen haben nicht die Möglichkeit wegen der Betreuung des Nachwuchses die „offiziellen“ Sprachkurse zu besuchen. Doch wie wichtig das Erlernen der deutschen Sprache ist, wird auch im Bericht von Fr. Müller immer wieder deutlich. Weiter gibt es seit den Osterferien eine Hausaufgabenbetreuung in der Schule. Es wurde festgestellt, dass die Eltern oftmals bei der Hilfe bei den Hausaufgaben überfordert sind, was meistens auf Verständigungsprobleme zurückzuführen ist. Hierfür werden dringend weitere Helfer gesucht, bei den Terminen an drei Nachmittagen in der Woche können meist von einer Person nur zwei bis drei Kinder betreut werden.

Aber was die ehrenamtlichen Helfer am meisten beschäftigt, ist momentan die Wohnungssuche für die Anschlussunterbringung. Erschwert wird dies auch durch die sogenannte „Wohnsitzauflage“, dies bedeutet nur im Schrozberger Stadtgebiet darf nach einer Wohnung gesucht werden. Der Arbeitskreis Asyl war anfangs sehr erfolgreich bei der Hilfe zur Wohnungssuche, nun wird es aber zunehmend schwieriger so Kathrin Müller. Sie berichtet von Familien, bei welchen es nach dem Einzug in eine eigene Wohnung eine sehr positive Entwicklung gab und sie erzählte davon, wie sehr sich die Bewohner in der Gemeinschaftsunterkunft oftmals auf diesen Tag freuen, an welchem sie ihre eigene Wohnung suchen können. Diese Vorfreude wird allerdings oftmals getrübt durch die erfolglose und schwere Suche.

Bürgermeisterin Förderer sagte zu, gerne in Gesprächen gemeinsam mit dem Arbeitskreis Asyl nach Unterstützungsmöglichkeiten zu suchen. Ein großes Anliegen war ihr dann, sich bei allen ehrenamtlich engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die immens wichtige Arbeit im Arbeitskreis Asyl zu bedanken, auch im Namen des Schrozberger Gemeinderates, was durch dessen Applaus unterstrichen wurde.

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