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Schrozberg soll eine neue Kinderkrippe bekommen

Schrozberg soll eine neue Kinderkrippe bekommen

So der am Ende mit einer Gegenstimme gefasste Beschluss der Schrozberger Gemeinderäte. Vorausgegangen war eine lange Diskussion in der vergangenen Sitzung und schon einigen weiteren Besprechungen, beginnend im Mai 2019. Der Grund für diese Diskussionen ist eigentlich erfreulich, in Schrozberg gibt es mehr und mehr Kinder und somit auch einen höheren Bedarf an Kindergarten- und Kinderkrippenplätzen. Gerade die zuletzt genannten sind im Moment in Schrozberg nicht ausreichen vorhanden und es gibt bereits lange Wartelisten. Auch gibt es weitere Punkte, welche auf einen steigenden Bedarf hinweisen, wie. z.B. die rege Bautätigkeit im Stadtgebiet, die anstehende Änderung des Einschulungsalters und auch der Betreuungsanspruch der Eltern. Da auf diesen Bedarf kurzfristig natürlich auch nicht mit einem Neubau reagiert werden kann, konnte nun mit der Evangelischen Kirchengemeinde Schrozberg einer Interimslösung gefunden wurden – im evangelischen Gemeindehaus werden dementsprechende bauliche Veränderungen vorgenommen, dass hier ein kindgerechter Gruppenraum vorübergehend entstehen kann. Allerdings – auf Dauer ist dies keine Lösung. Im Juni 2019, nachdem das Gremium im Monat davor um ein schlüssiges Konzept gebeten hatte, fand in Schrozberg ein Beratungsgespräch mit dem Kommunalverband für Jugend und Soziales statt. Hier gab es einige Empfehlungen, wie z.B. die Kindergartenstruktur dezentral zu belassen, also insbesondere die Teilortskindergärten, keine Großeinrichtung zu schaffen wie es in der Mai-Sitzung zur Sprache kam und die Krippenbetreuung zu intensivieren sowie hierfür passende Räume zu schaffen, auch was den Außenspielbereich angeht. Konkret wurde hier der Bau einer neuen Einrichtung mit zwei Gruppen, allerdings erweiterbar, für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren angeregt. Die Betreuung von Kindern über drei Jahren sollte dann ausschließlich in den bestehenden Einrichtungen erfolgen. Dies würde allerdings auch bedeuten, dass nur ausnahmsweise in anderen Kindergärten Kinder mit 2,9 Jahren aufgenommen würden. Diese Tatsache wiederrum führte zu viel Diskussionen, sowohl in der Bevölkerung als auch in der Ratsrunde. Argumentationspunkte wie die mögliche Trennung von Geschwisterkindern, aber auch die lange Anfahrt von zwei Stationen für Eltern aus den Teilorten kamen hier immer wieder zur Sprache. Bereits zu Beginn der Sitzung wurde Bürgermeisterin Förderer in der Fragestunde für Einwohner eine dementsprechende Unterschriftsliste, welche die getrennte Betreuung von Geschwisterkindern verhindern will mit 377 Unterschriften überreicht. Auch die anschließende Diskussion zeigt, wie wichtig dieses Thema den Schrozberger Räten ist. Doch das Argument, dass mit dem Neubau eine Kinderkrippe sich wiederrum die Platzzahlen in den anderen Kindergärten entspannen wird wog am Ende am meisten. Geeinigt hatte man sich nach einem zurückgezogenen und einem abgelehnten Antrag darauf, den Neubau der Kinderkrippe zügig in die Wege zu leiten – zügig deshalb weil bereits im Februar die Anträge für den Ausgleichsstock gestellt sein müssen. Die Anregung aus dem Gremium, aber weiterhin bei der Kindergartenbedarfsplanung die Möglichkeit zu haben, flexibel auf die Situationen zu reagieren und bei Bedarf und Belegung der Krippe auch Kinder unter drei Jahren in den Kindergärten zuzulassen, einigte man sich auf die von der Verwaltung vorgeschlagenen Vorgehensweise.